Besondere Rechtslage von Migrantinnen

Es gibt Wege, um sich aus Gewaltbeziehungen zu befreien, unabhängig von Ihrem aufenthaltsrechtlichen Status. Beachten Sie aber bitte einige Regelungen, die für Migrantinnen gelten:

  • Nach § 31 Aufenthaltsgesetz erhalten Frauen in der Regel nach 3 Jahren ehelicher Lebensgemeinschaft im Bundesgebiet ein vom Ehemann unabhängiges Aufenthaltsrecht.
    Bei Vorliegen einer besonderen Härte (körperliche und psychische Gewalt an Frauen, Gewalt an Kindern, Gefährdung im Herkunftsland, etc.) kann eine Frau auch vor Ablauf dieser Frist ein eigenständiges befristetes Aufenthaltsrecht erwerben. Hierzu muss ein Antrag beim Ausländeramt gestellt werden.
  • Wenn eine Migrantin eine Duldung besitzt unterliegt sie einer Wohnsitzauflage. Das heißt, sie darf die Kommune verlassen, aber keinen Wohnsitz ausserhalb nehmen. In einigen Kommunen (z.B. Köln) wird diese Pflicht auf den Bereich der Kommune eingeengt.
    Wenn eine Migrantin sich im Asylverfahren befindet, darf sie ohne Erlaubnis die Kommune nicht verlassen.
Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser können bei der Antragsstellung bei der Ausländerbehörde behilflich sein.
Bitte beachten Sie, dass Ihr Aufenthaltstitel nach § 51 Aufenthaltsgesetz erlischt, d.h. ungültig wird, wenn Sie sich länger als 6 Monate außerhalb Deutschlands aufhalten. Dies gilt auch dann, wenn Sie über eine Niederlassungserlaubnis verfügen. In diesem Fall können Sie aber eine Verlängerung der Frist beantragen.
Wenn der gewalttätige Ehemann oder Vater droht, das Kind ins Ausland zu bringen: Nehmen Sie die Drohung ernst und gehen Sie zu einer Frauenberatungsstelle. Diese unterstützt mit Hilfe von Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälten die Erwirkung eines Ausreiseverbotes, damit der Vater nicht legal mit dem Kind ins Ausland ausreisen kann. Er wird dann von der Polizei bei Kontrollen, z.B. am Flughafen, aufgehalten.
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